Deutsche Meisterschaft – ein Erlebnis –

Endlich ist er da, der Tag der Deutschen Meisterschaft Ende August, welcher schon seit Februar im Kalender steht. Man muss sich den Termin freihalten von Urlaubsplänen, könnte ja sein, dass man sich qualifiziert.
Zwei Wochen vorher konnte man die Startkarte „downloaden“. Startzeit 10.00 Uhr auf der Olympiaschießanlage in München/Hochbrück. So frühe Startzeit – mir bleibt doch nichts erspart. Letztes Jahr noch ein charmanter Starttermin um die Mittagszeit und nun entgegen dem persönlichen Biorhythmus an den Stand. Also auch rechtzeitig losfahren, da es auf dieser Strecke öfters Stau gibt. Wenigstens muss ich nicht selber fahren, habe einen Chauffeur.
Ein gutes hat die frühe Startzeit, man bekommt noch einen Parkplatz auf der Schießanlage und muss nicht auf den Ersatzparkplatz mit Shuttleservice ausweichen.

Ausgerechnet an diesem Tag Regen, aber macht nichts, viele Wege sind überdacht und die L(2 x 50 elektronische Stände) ist klimatisiert.

Zuvor noch die Formalitäten erledigen:
Zum Sportbüro und die unterschriebene Schiedsgerichtsvereinbarung und die Dopingerklärung abgeben. Dann die Startnummer ausdrucken, welche während des gesamten Wettkampfes sichtbar auf dem Rücken zu tragen ist. Nächster Step – die freiwillige Waffenkontrolle. Alles in Ordnung. Schon mal ein gutes Gefühl. Vielleicht wird man für die Nachkontrolle ausgelost.

Nun ist etwas Zeit, die Atmosphäre einer Deutschen Meisterschaft zu genießen. Der Durchgang vorher läuft noch und die Halle ist voller Zuschauer.


Dann ist es soweit. Zur Vorbereitungszeit einfinden, seinen Stand belegen und schon mal einen Stuhl zum Ausruhen bereitstellen. Noch schnell eine Banane essen und dann mit den Aufwärmübungen anfangen, damit die Muskulatur schon warm geworden ist.
Dann kommt das Kommando vom Hallensprecher: „Sportgeräte können ausgepackt werden.“ Dazu noch die Kontrolle der Ausweispapiere durch die Standaufsicht. Vorbereitungszeit und Probeschießen beginnen. Danach werden die Stände auf Wettkampf umgestellt und los geht’s. 34 Starterinnen in der Klasse Damen IV von 61 bis 70 Jahre kämpfen um den Titel „Deutscher Meister“.

Nachdem das Probeschießen ganz passabel verlief – positiv gestimmt in die Wertung. Dann erste Wertungsserie, letzter Schuss – verbockt. Jetzt heißt es aufholen, nicht aus der Ruhe bringen lassen und konzentriert weiter schießen. Aber leichter gesagt als getan und immer die Wettkampfzeit von 50 Minuten im Auge behalten. Nach vier mal 10 Schuss stehen als Endergebnis 334 Ringe auf dem Tablet. Wettkampf geschafft. Physisch und Psychisch anstrengend.

Mal schauen, wie es der Konkurrenz ergangen ist. So nach und nach werden alle Damen fertig und mein Name rutscht auf der Anzeigetafel immer weiter nach unten. Am Ende Platz 29.

Der Wettkampf ist nun beendet und vom Hallensprecher kommt das Kommando „Sportgeräte einpacken“. Zuvor Überprüfung durch die Aufsicht, ob die Sicherheitsfahne eingelegt ist.


Bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden? Eigentlich Nein. Wie es so schön heißt: „Unter ihren Möglichkeiten geblieben“. Aber halt. Es war ein langer Weg zur Deutschen, welchen nicht jeder Schütze oder Schützin schafft. Von der Gau/Schwäbischen/Bayerischen Meisterschaft zur Deutschen qualifiziert. Immer gut sein und das vorgegebene Limit erreichen. Ab und zu ein „Stockerlplatz“ dabei – was will man mehr.

Nächstes Jahr gibt es wieder eine neue Chance und vielleicht zwischen Bayerischer und Deutscher Meisterschaft ein bisschen mehr trainieren.

Bericht von Gabi Pfeiffer-Wiedemann
Mehrmalige Deutsche Vizemeisterin mit der Mannschaft in der Luftpistole
Bestes Einzelergebnis auf der Deutschen Platz 8.